Susie erste Lebensbilanz

Meine sehr persönliche Lebensbilanz:

Ich bin tatsächlich glücklich oder anders gesagt: Ich habe bisher sehr viel Glück gehabt! 

  • Die Lebensziele meiner Kindheit

  • Lebensziel Prinzessin: Mein Prinz

  • Lebensziel Putzfrau: Meine Liebe zu Ordnung

  • Lebensziel Mami sein: Meine Kinder

  • Die Sache mit dem Berufswunsch

  • Das Ende der Glückssträhne: Ein neuer Anfang

  • Würde ich rückblickend etwas anders machen?

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Die Lebensziele meiner Kindheit 

Die Frage, ob sich meine Kindheitsträume, meine Pläne erfüllt haben, habe ich mir schon oft gestellt. Konnte ich wenigstens einige meiner Träume verwirklichen? Wir alle ziehen irgendwann eine erste Bilanz, wägen ab, überlegen, wie viele Ziele erreicht wurden – und wir alle versuchen, das Nicht-Erreichte noch umzusetzen, bevor es zu spät ist. Was kann, was will und muss ich noch tun in der zweiten Lebenshälfte? Wie groß ist unser aller Angst, zu sterben und nicht das erreicht zu haben, was wir uns erträumten?

 

Susie in the Sixties

Berechtigte Fragen. Aber sollten wir an den Antworten verzweifeln? Ich persönlich glaube, dass Dankbarkeit über das Erreichte den Blick auf unsere Lebensbilanz erleichtert. Auch die Akzeptanz unserer Fehler und Niederlagen macht uns stark und offen für einen ungeschminkten Blick auf das eigene Lebensglück. Gerne werde ich etwas konkreter. Hier sind meine persönlichen Fakten und Antworten: 

Mein Lebensentwurf als kleines Mädchen war simpel, so sollte mein Leben sein: 

  1. Prinzessin werden 
  2. und Putzfrau 
  3. und natürlich Mami 

All das wollte ich werden. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber alle drei „Berufungen“ waren mir schon mit 4 Jahren sehr wichtig. Fast so ist es dann auch gekommen …

 

Lebensziel Prinzessin: Mein Prinz 

Mein Prinz heißt Hendrik - nein nicht der aus Dänemark...

Ich habe einen liebevollen, wunderbaren Mann gefunden und geheiratet (natürlich habe ich auf dem Weg dahin auch einige Frösche geküsst). Mein Mann Hendrik trägt mich die meiste Zeit wie eine Prinzessin auf Händen. Wir haben aber beide auch über die Jahre viel voneinander gelernt und vor allem eine gute Streitkultur entwickelt. Nächstes Jahr sind wir 25 Jahre verheiratet und das soll auch weiter so bleiben! Punkt eins auf meiner Lebensziel-Liste ist also abgehakt, ich hatte sehr viel Glück! 

Lebensziel Putzfrau: Meine Liebe zu Ordnung 

Ich mag es gerne sauber und ordentlich und eine Grundordnung zu erhalten, klappt auch die meiste Zeit. (Besonders gerne putze ich die Küche.) Aber den Wunsch, das Putzen zum Hauptberuf zu machen, habe ich verworfen. Auch das war die richtige Entscheidung.

 

Mami sein: Meine Kinder 

Auch der größte Wunsch auf meiner Liste, mein Kinderwunsch, hat sich erfüllt! (Unser Familienportrait von 2003 ist übrigens von Star-Fotograf Christian Schoppe.)

Meine Töchter Lucie und Clara, meine wahre Lebensleistung!

Die Sache mit dem Berufswunsch 

Das war also meine ganz private Lebensbilanz. Noch nicht ganz! Denn ich habe dir ja versprochen, dass ich dir etwas mehr von meiner Berufsalternative zur Putzfrau erzähle. Was ich als Kind noch nicht überblickt habe, war die monetäre Seite des Lebens. Ich wusste aber schon früh, dass ich immer arbeiten wollte. Ich wollte mein eigenes Geld verdienen und nicht von einem Mann abhängig sein. Da war ich nicht anders als viele meiner Freundinnen in den 80ern. Und natürlich wollte ich einen Job, der mir Spaß macht. 

 

Das bin ich mit meinem besten Freund Georg Rosenbaum während unserem Studium an der HAW in Hamburg ca 1985

Auch was die berufliche Seite des Lebens angeht, hatte ich sehr viel Glück: Mein Traumberuf sollte letztendlich nichts mit Putzen, sondern mit Mode zu tun haben. Als Mode-Redakteurin begann ich 1987, nach meinem Design-Studium, meinen ersten Job bei einer von Deutschlands größten Frauenzeitschriften, der Brigitte. Zu diesem Job gehörte alles, was ich liebe: Klamotten stylen, reisen und Bild-Träume im Team erschaffen. Meine Erinnerungen an die Zeiten bei Brigitte, Für Sie und myself sind nur Gute und sie werden bleiben: Ich habe die Bilder der Modestrecken, die Begegnungen mit den vielen besonderen Menschen immer im Kopf und ich werde sie hoffentlich niemals vergessen.

Ich bin froh und glücklich, dass ich die unbeschwerte Zeit des Journalismus noch erlebt habe. Dieser kreative Job begleitet mich bis heute. Die Zeit im klassischen Print-Journalismus hat mich geprägt und ich hoffe, ich kann noch lange in der Modewelt arbeiten.

 

Das Ende der Glückssträhne: Ein neuer Anfang 

Und doch war irgendwann meine berufliche Glückssträhne vorbei. Ich musste gehen und war am Boden zerstört. Da war er, der Karriere-Bruch ab 50. Nun hatte es auch mich erwischt. Die klassischen Existenzängste waren plötzlich da. Ich, die immer positiv denkende Susie, war dabei, in einem dunklen Loch zu versinken. Aber aufgeben gilt nicht, nicht mit mir! Aufstehen, Krönchen richten, ihr wisst schon…

Vor 7 Jahren begann mein zweites Berufsleben als Curvy-Bloggerin. Ich habe meine vermeintliche Schwäche – mein Curvy Me – zu meiner Stärke gewandelt. War ich im Print immer die dicke Mode-Chefin, wurde ich im Netz die Plus-Size-Influencerin mit den schicken Kurven und den wertvollen Mode-Tipps. Jetzt, mit 58 Jahren, bekomme ich immer mehr Model-Jobs. Wenn mir das vor 10 Jahren jemand erzählt hätte, ich hätte ihn ausgelacht. Ich bin so dankbar für diese neuen Erfahrungen.

 

Die Mode mit all ihren Facetten ist und bleibt mein Lebensinhalt und meine Familie meine größte Stütze in allem, was ich tue: Ich bin eine glückliche Frau! ”

 

Wenn ich also zurückblicke, klingt mein bisheriges Resümee fast zu schön, um wahr zu sein. Ich habe stets versucht, die negativen Erlebnisse, die traurigen und tragischen Ereignisse in meinem Leben anzunehmen, das Negative aber nur bedingt zuzulassen. Es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen und Schicksalsschläge zu akzeptieren, aber sie dürfen einen nicht bezwingen. Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, das Negative, die schlechten Vibes irgendwann loszulassen. Mir hat das immer geholfen! 

Würde ich rückblickend etwas anders machen?

Ein ganz klares NEIN! Ich glaube, dass alle Entscheidungen, die ich für mich getroffen habe, richtig waren – am Ende jedenfalls, auch wenn es zwischenzeitlich mal anders aussah. Es öffnet sich immer eine neue Tür, wenn sich eine andere gerade geschlossen hat. Ein so wahrer Spruch, der mir immer hilft, auch wenn die Zeiten mal wieder etwas unstet sind. Deshalb sei nicht so hart zu dir, wenn du deine Lebensbilanz ziehst.

Fotos: Susie, Ole Graf, Christian Schoppe, Otto 

Dieser Artikel ist in Kooperation mit Soulfully/ Otto entstanden - Ad//Paid Content

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