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Sowjetischer Prunk im Art déco-Stil der zwanziger Jahre: Das DLT

Luxus pur: So präsentiert sich das DLT (die Abkürzung steht für Haus des Leningrader Handels) heute in der Großen Pferdestraße in St. Petersburg. Es besteht aus zwei nebeneinander liegenden großen Hallen mit Glasdächern und umlaufenden Galerien auf drei Etagen. Erbaut wurde das Kaufhaus ursprünglich für den Bedarf adliger Offiziere in zwei Abschnitten: Die größere Halle 1908-1909, die etwas kleinere kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1912-1913.


Das DLT in der Großen Pferdestraße, der neuen Luxusmeile in St. Petersburg

Nach der Enteignung der vorigen Besitzer durch die Bolschewisten wurde das in DLT umbenannte Kaufhaus 1927 zum zehnten Jahrestag der Oktoberrevolution wiedereröffnet. Es ist im Art déco-Stil der zwanziger Jahre gestaltet und diente zunächst als Geschäft für Kinderwaren, Kleidung und Spielzeug. Im Lauf der Jahrzehnte wurde das Sortiment zu dem eines normalen Kaufhauses erweitert. Dort drängten sich die Leningrader in Scharen an den Verkaufstischen, um in der von Mangel gekennzeichneten sozialistischen Planwirtschaft etwas zu ergattern. Das DLT wurde zu einer etwas schmuddeligen Rumpelbude, seine einstige Pracht war nur noch mit viel Phantasie zu erahnen.


Die größere der beiden Hallen, restauriert im Art déco-Stil


Nach dem Zerfall der Sowjetunion stand das DLT lange leer. Dann wurde es über viele Jahre detailgenau restauriert sowie zwei weitere Stockwerke zugefügt und damit die ursprüngliche Verkaufsfläche von rund 9000 Quadratmetern verdoppelt. Im Herbst 2012 wurde das DLT feierlich wiedereröffnet. Diesmal als Luxus-Kaufhaus. Hier ist alles zu finden, was in der Mode-, Schmuck- und Kosmetikbranche weltweit Rang und Namen hat. Die Preise sind dementsprechend auf höchstem internationalem Niveau. Um hier nur eine Kleinigkeit einzukaufen, sei es ein T-Shirt oder ein Schal, muss ein Normalverdiener, egal ob Russe oder westlicher Besucher, erst seine Bank um einen größeren Kredit bitten.


Die kleinere Halle mit den umlaufenden Galerien


Trotzdem wird hier niemand vom Personal angesnobt, im Gegenteil, jeder, der das DLT betritt, wird auf das freundlichste begrüßt, denn die Petersburger machen sich rar. Im DLT trifft man auf sehr viel mehr Wachmänner (auffällig durchtrainierte Männer in unauffällig dunklen Anzügen) als Kunden. Denn auch wenn es in St. Petersburg inzwischen etliche neureiche Bewohner gibt, die meisten reichen Russen leben in Moskau, denn sie brauchen für ihren Business die Nähe zur politischen Macht. Ob es für das DLT auf Dauer genügend Kunden gibt, damit es als Luxus-Kaufhaus bestehen kann, ist deshalb fraglich.

Photos: Barbara

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Vermächtnis aus der Zarenzeit: Das Gostinij Dvor, seit 300 Jahren Warenhaus!

Ein Vorläufer des ältesten Kaufhauses in St. Petersburg entstand bereits 1705, zwei Jahre nach der Gründung der Stadt. In dem Gebäude hatten Händler aus aller Welt ihre Niederlassung, deshalb auch der Name Gostinij Dvor, "Gästehof".

Der jetzige klassizistische Bau mit zwei Stockwerken und umlaufenden Loggien wurde vom italienischen Architekten Antonio Rinaldi entworfen, der in St. Petersburg und Umgebung unter anderem mehrere Schlösser für die Zaren errichtete. Das Gostinij Dvor wurde 1785 fertiggestellt. Rund 100 Händler hatten dort ihre Verkaufsflächen.

Das Gostinij Dvor umfasst in einem Geviert von 53.000 Quadratmetern und einem Umfang von einem Kilometer einen ganzen Straßenblock mit der Hauptfassade zum Nevskij Prospekt, Haupteinkaufsstraße und Prachtboulevard der Stadt.

Das Kaufhaus bestand auch zu Sowjetzeiten. Auch wenn das Angebot dank sozialistischer Planwirtschaft eingeschränkt war, wenn es in der Stadt irgendetwas zu kaufen gab, war es in dem damals leicht angegammelten Gostinij Dvor zu finden.

Inzwischen ist das Gostinij Dvor aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Die prachtvolle Fassade mit den überdachten Umläufen auf zwei Stockwerken wurde in den vergangenen Jahren historisch genau renoviert. Auch im Inneren wurde der Staub von 70 Jahren Sowjetherrschaft entfernt, das Parkett aufgearbeitet, die Wände gestrichen und die Verkaufsstände und Umkleidekabinen erneuert.

Das breitgefächerte Angebot verteilt sich auf zwei Stockwerke mit insgesamt 15.300 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das Sortiment entspricht einem Kaufhaus westlichen Standards: Wer Shampoo, einen Kronleuchter, Handtücher, Weingläser, Bernsteinschmuck, eine Handtasche, Seidenschals oder einen Wintermantel sucht, wird im Gostinij Dvor fündig. Hier gibt es auch die typischen russischen Souvenirs, Lacktabletts oder Matrjoschki in Hülle und Fülle.

Neben einigen importierten Nobelmarken aus dem Westen, gibt es im Gostinij Dvor aber hauptsächlich mittelpreisige Mode von russischen und westlichen Firmen, die sich die Petersburger Mittelschicht leisten kann, selbstverständlich auch in großen Größen. Wie bereits in diesem Blog geschrieben: In Russland wird nicht zwischen "schlanken Größen" und "Plus-Size Größen" sortiert, Plus-Size nicht in eine Ecke verbannt.

Ein Einkaufsbummel im Gostinij Dvor lohnt sich. Denn hier gibt es alles, was man zum Leben braucht!

Photos: Barbara

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Plus-Size ist für russische Firmen selbstverständlich! Die Reportage "Modegeschäfte in St. Petersburg von nobel bis einfach" heute auf susie knows..., dem Plus-Size Blog.

Mode und Einkaufsmöglichkeiten haben sich in Russland in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Zu Sowjetzeiten war es schwierig, sich nach eigenem Stil zu kleiden, denn es gab kaum Auswahl. Man musste kaufen, was irgendein Textilkombinat hergestellt hatte. Inzwischen gibt es ein breites Angebot, von luxuriös bis billig, für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Der Nevskij-Prospekt ist Prachtboulevard und Haupteinkaufsstraße in St. Petersburg.

Auffällig ist unter dem Plus-Size-Gesichtspunkt vor allem eins: Nach wie vor produzieren russische Textilunternehmen und weißrussische (sehr beliebt, weil sie reine Baumwolle verwenden und sehr günstig sind) in allen Größen. Es wird nicht sortiert nach „schlanken Größen“ und „Plus-Size Größen“. Stattdessen gibt es Kleidung von 38 bis 52/54 (deutsche Größen) in den Läden. Es gibt keine gesonderte Ecke für Plus-Size, wie so oft bei uns. Allerdings sind die Kleidergrößen in Russland anders nummeriert, zu den deutschen Größen muss 6 addiert werden. Eine deutsche 40 ist also eine russische 46. Da stößt man schnell in ungeahnte Dimensionen vor!

Westlicher Luxus in der Großen Pferdestraße

Die Große Pferdestraße (so genannt, weil an ihrem Ende ein Kavallerie-Regiment der Zaren Kaserne und Stallungen hatte) hat sich inzwischen zur Luxusmeile gewandelt. Hier finden sich die teuersten internationalen Modelabel. Wer hier allerdings mit einer etwas fülligeren Figur einkaufen möchte, wird von den magersüchtigen Verkäuferinnen nur mitleidig belächelt.

Das soziale Gegenteil findet sich im Apraksin Dvor. In diesen verzweigten Höfen kaufen die Petersburger, denen die neue Zeit keinen Reichtum gebracht hat, die sich im Gegenteil mit einem niedrigen Gehalt oder einer geringen Rente bei ständig steigenden Lebenshaltungskosten irgendwie durchbringen müssen.

Die historische Straßenfassade des Apraksin Dvor von 1863 wurde im vorigen Jahr renoviert. Das Labyrinth der Höfe dahinter ist nach wie vor schmuddelig.

Im Apraksin Dvor ist alles zu finden, was an Billig-Polyester in China hergestellt wird. Wahrlich kein schöner Anblick, aber es zeigt, dass immer noch ein großer Teil der städtischen Bevölkerung in Armut lebt, darunter besonders die Zuwanderer aus den ehemaligen asiatischen Sowjetrepubliken.

Während in der Großen Pferdestraße gepflegte Langeweile herrscht, tummelt sich im Apraksin Dvor täglich eine große Menschenmenge. Das lockt auch zwielichtige Gestalten an. Der Apraksin Dvor ist berühmt berüchtigt für die vielen Taschendiebe, die dort ihr Unwesen treiben.

Wer arm ist, muss bei der Kleiderwahl vor allem auf eines achten: den Preis. Diese Kleider kosten nur 350 Rubel, umgerechnet 7,50 Euro.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich in St. Petersburg aber auch eine Mittelschicht gebildet. Für diese Petersburger gibt es inzwischen ebenfalls viel Auswahl von mittelpreisiger Mode. So haben inzwischen auch Zara und H&M Geschäfte auf dem Nevskij-Prospekt, der Haupteinkaufsstraße der Stadt.

Es gibt auch viele kleine Läden für diese Käuferschicht, die importierte oder russische Mode anbieten. Manche haben sich ein westliches Aussehen gegeben.

Andere Geschäfte sehen unverändert aus wie zu Sowjetzeiten. Aber vom gelegentlich wenig attraktiven Äußeren sollte man sich nicht abschrecken lassen.

In diesem Wäschegeschäft beispielsweise gibt es Nachthemden einer russischen Firma in feinstem Baumwollbatist, zart, mit viel Spitze. (Selbstverständlich auch in großen Größen!) Um eine solche Qualität zu finden, muss man in Deutschland lange suchen, vom Preis (umgerechnet rund 20 Euro) ganz zu schweigen.

 

War es zu Sowjetzeiten mehr als schwierig, etwas Hübsches, von modisch gar nicht zu reden, in den Läden des damaligen Leningrads zu finden, so gibt es inzwischen in St. Petersburg ein vielfältiges Angebot, das einer Großstadt mit fünf Millionen Einwohnern angemessen ist, und auch Plus-Size Ladies eine große Auswahl bietet.

Photos: Barbara

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Keine Angst vor Farben und Mustern! Russinnen tragen figurbetonte, bunte Kleidung. Der Bericht aus St. Petersburg heute auf susie knows..., dem Plus-Size Blog.

Rund und bunt: Das gilt für das Körpergefühl und die modischen Vorstellungen vieler Russinnen. In St. Petersburg im Urlaub sind mir, als Plus-Size Bloggerin, einige Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zu Deutschland sehr deutlich aufgefallen.

Zum einen haben sich die Figuren russischer Mädchen und Frauen in den vergangenen Jahren sehr verändert. Früher galt: Junge Russinnen sind sehr schlank, mit dem Alter wurde ihre Figur fülliger. Ohne dick zu sein, hatten sie Rundungen an den Stellen, an denen Frauen eben Rundungen haben.

Bald ein Star? Polina Kolovitskova ist das "upcoming model"  der russischen Plus Size Model Agentur PSMA 

Inzwischen hat sich die Lebensweise dem Westen angepasst. Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit vor dem Computer, überall in der Stadt gibt es amerikanisches Fastfood zu kaufen. Das Ergebnis: Übergewichtige Kinder, die es früher nicht gab. Auch viele sehr junge Mädchen haben inzwischen deutliche Plus-Size Figuren. In Russland ist mit ein paar Jahren Verzögerung der gleiche Trend eingetreten, wie bei uns.

Der große Unterschied aber: Russinnen würden nicht einmal im Traum daran denken, ihre Kurven, auch sehr üppige Kurven, in weiten, dunklen Gewändern zu verstecken, wie es bei uns immer noch so viele Plus-Size Frauen machen.  Im Gegenteil: Russinnen, egal wie rund sie sind, tragen figurbetonte Kleidung: Enge Blusen und Pullover, schmal geschnittene, kurze Röcke und selbstverständlich Schuhe mit hohen Absätzen mit denen sie sich mit erstaunlicher Sicherheit auch über unebene Bürgersteige bewegen.

Dieser ganz andere Kleidungsstil bedeutet meiner Meinung nicht, dass Plus-Size Russinnen mehr Selbstbewusstsein entwickelt haben als ihre deutschen Schwestern. Er ist vielmehr Ausdruck eines anderen Körpergefühls und eines anderen, vielleicht sogar unbewussten Selbstverständnisses.

Eine russische Frau versteckt ihre Rundungen nicht, weil sie als Frau ein Recht auf eine weibliche Figur hat, und dazu gehören nun mal ein großer Busen, ein runder Bauch und üppige Hüften. Das ist völlig selbstverständlich, kein Grund sich zu schämen oder mit dem Schicksal zu hadern. Und erst recht kein Grund, schwarze Schlabbergewänder anzuziehen.

Die russische Plus Size Bloggerin Anastasia Proskurina beweist Modemut und Stil!

Da wir gerade von Schwarz sprechen. Noch ein Unterschied zu Deutschland ist mir dieses Jahr wieder sehr deutlich aufgefallen: Russinnen ziehen sich bunt an. Sie lieben kräftige Farben und Muster, vor allem Blumendrucke, wie sie auf den traditionellen Wolltüchern zu sehen sind. Wahrscheinlich liegt das daran, dass der Winter in Russland lang und dunkel ist. Da soll sich der kurze Sommer in all seiner Farben- und Blumenpracht auch in der Kleidung widerspiegeln.

... und nochmal Anastasia im angesagten fuchsia-farbenen Mantel

Aber auch im Winter setzen sie starke Farbakzente. Während bei uns die Farbpalette der Herbst/Winterkollektionen von Düstergrau bis Tiefschwarz reicht, sind in Russland auch die Wintermäntel bunt. Denn dunkle Kleidung würde den kalten russischen Winter noch unwirtlicher erscheinen lassen.

Eine Plus-Size Russin hat nun mal keine Angst vor fröhlichen Farben und bunten Mustern, manchmal in durchaus gewagter Kombination. Von diesem Selbstverständnis sollten wir uns in Deutschland anstecken lassen.

Eure Barbara

Photos: Barbara

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Das ist nicht schlank, das ist krank! susie knows..., der Plus-Size Blog, fragt: Warum unterstützt die Fashion-Branche ein so pervertiertes Schönheitsideal?

Lernen Menschen aus ihren Fehlern? Wenn es um Magermodels geht, muss die Antwort leider lauten: Nein! Die Modeindustrie hat trotz der vielen negativen Schlagzeilen und Models, die sich zu Tode hungerten, nichts, aber auch gar nichts gelernt. Nach wie vor sind blutjunge, extrem dünne, um nicht zu sagen, verhungerte Mädchen gefragt. Die Website „Love the Diva“ hat zu dem Thema einige Photos zusammengestellt, die aus einem Gruselkabinett zu stammen scheinen:

Was für ein perverses Schönheitsideal ist das bitte? Wie krank muss man sein, um solche Bilder schön zu finden? Was geht in den Köpfen der Verantwortlichen bei den Modefirmen, Zeitschriften, Casting- und Model-Agenturen vor? Die hier abgebildeten Models gehören sofort in eine Spezialklinik für Magersüchtige eingewiesen, aber bestimmt nicht ins Fotostudio oder auf den Laufsteg!

Ein Problem ist, dass Models in Size Zero passen müssen. Diese Größe wurde ursprünglich für kleine, sehr zierliche Frauen eingeführt, damit sie nicht in der Kinderabteilung einkaufen müssen. Models aber sind heutzutage rund 1,80 Meter groß und haben damit automatisch breitere Schultern und Hüften. Um mit der Hüfte in Size Zero zu passen, müssen sie hungern, denn nur mit einem starken Untergewicht können sie Hosen in einer solchen Kindergröße tragen. Ergebnis: Viele werden magersüchtig, nehmen Drogen gegen den ständigen Hunger und gefährden auf Dauer massiv ihre Gesundheit.

  

Die frühere Vogue-Redakteurin Kirstie Clements hat ein Buch über ihre Arbeit geschrieben: „The Vogue Factor“. Sie berichtet darin, dass ein Model so ausgehungert und dementsprechend schwach war, dass sie sie am letzten Tag des Shoots liegend fotografieren mussten, denn das Mädchen konnte sich kaum mehr auf den Beinen halten.

 

susie knows..., der Plus-Size Blog, hofft, dass beim Anblick dieser schockierenden Photos die Modeindustrie endlich ein Einsehen hat, dass es so nicht weitergehen kann und beginnt umzudenken. Wir unterstützen Initiativen, die Mindestangaben für den Body-Maß-Index bei Models verlangen, und setzen uns ein für eine Veränderung in der Fashion-Branche! Denn das, was Ihr auf diesen Bildern seht, ist nicht mehr schlank, das ist krank!

Barbara

Photos: Love the Diva

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Beauty Comment Fashion News

Ich habe einen berühmten Onkel und bin sehr stolz auf ihn und sein Lebenswerk!

Mein Onkel ist F.C. Gundlach, einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste deutsche Modefotograf der sechziger & siebziger Jahre. Heute wird er Achtundachtzig! 

Ich bin sicherlich sehr geprägt von ihm, und es ist bestimmt kein Zufall, dass ich Mode-Journalistin geworden bin. Die Welt der Mode und der Promis hatte auf mich schon als Kind eine große Wirkung.

Weil die 88 eine besonders schöne Schnapszahl ist, möchte ich heute mit Euch meine zehn Lieblingsbilder aus seinem Werk teilen. Viele der Bilder sind so alt wie ich und älter, aber sie sind immer noch wahnsinnig modern. Bei der Auswahl handelt es sich um meine ganz persönlichen Nichten-Lieblings-Bilder:

Romy Schneider, 1962: Es heißt schlicht "Romy mit Kreuz" und ist sicherlich das berühmteste Photo von F.C.

Dieses Bild hat F.C. schon 1966 für die Brigitte komponiert! Es ist sicherlich sein berühmtestes Modephoto. 1962 war es sehr mutig, ein Modephoto, in dem es einzig um Badekappen ging, auf einer ganzen Seite zu drucken. Die damalige Modechefin Barbara Buffa hat für das Photo gekämpft, und es so brühmt gemacht. Es ist heute noch absolut modern! In meinen Jahren bei Brigitte hätte ich mir einen solchen Mut der Redaktion zu guter Photografie sehr gewünscht.

Ein Paar in Paris. Das Photo erinnert mich an Frühstück bei Tiffanys. Es wurde ebenfalls 1962 für die Zeitschrift Quick produziert. Das Model ist Siv Benno, sie trägt ein Kleid von Pierre Cardin.

Auch dieses Photo liebe ich sehr! Es ist ein sehr frühes Farbphoto von F.C. Gundlach aus dem Jahr 1957. Das Model heißt Simone, sie trägt ein Seiden-Satin Abendkleid von Horn, damals ein Luxuskaufhaus in Berlin.

Eine Modereportage für die Stoff-Firma Nino entstand schon 1958, das könnte heute genauso in der Vogue erscheinen!

Kennt Ihr den noch? Der Clooney der 40er & 50er Jahre. Cary Grant "Ein Star geht zum Ball" heißt das Bild, enntstanden für Film und Frau 1960.

Auch hierbei handelt es sich um ein Werbephoto. Ich finde es grandios. F.C. nahm es auf für die Strickfirma FALKE, die in den 70er Jahren noch Strickkollektionen produzierte. Das Photo ist von 1970, die Models sind Sunny von Fürstenberg & Birgit Larsen. Aufgenommen wurde es in Buenos Aires.

"Wie auf einem anderen Stern" heißt das Photo, entstanden 1963 für das Modeheft der Film und Frau. Model ist die Schwedin Gunel Person. Aufgenommen in Brasila, der damals neu gebauten Hauptstadt von Brasilien.

Ein tolles Beispiel für die graphische Mode der 60-er Jahre. Das Model heißt Brigitte Bauer, der Op-Art Badeanzug ist von Sinz, das Photos stammt aus dem Jahr 1963.

Inspiration für dieses Photo waren die Bilder von Roy Lichtenstein. Es stammt aus einer Brigitte Produktion der 60er Jahre, und zeigt die heutige Style-Ikone Grace Coddington als Model.

Last but not least zwei Farbphotos, entstanden 1969 in Rio de Janeiro.Sie sind immer noch wahnsinnig modern. Model ist Gunel Person, die Villa gehörte Sergio Bernardes. Da würde ich sofort einziehen!

Dieses Photo besticht durch sein simple grafische Aufteilung. Ich liebe es sehr, weil es so klar und ruhig ist und gar nicht gepost wirkt. Es ist aus derselben Strecke wie das Badekappenphoto, produziert für die Brigitte in Gizeh 1966

So und jetzt wird's persönlich:

Dieses hinreißende Jugendportrait zeigt meinen Onkel in seiner ersten Wohnung in Hamburg mit improvisiertem Stativ.

Dieses Photos heißt "Madonna." Es ist eines von F.C.s ganz frühen Werken, entstanden in den 40er Jahren. Es zeigt seine Mutter, meine Großmutter, eine unglaublich starke, warmherzige Frau, die leider viel zu früh gestorben ist.

Mon oncle et moi: vor wenigen Wochen beim Henri-Nannen-Preis in Hamburg.

 

H A P P Y  B I R T H D A Y     LIEBER    F. C.  !!!

Bleib gesund, bleib wie Du bist! Ich hoffe, Du hast einen ganz wunderbaren Tag!

Sei umarmt und ganz fest gedrückt von Susanne (so heiße ich in der Familie), Hendrik und den Mädels!

Alle Photos: F.C. Gundlach, Portrait von FC & Susie: BILD

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Mit Badehose in den Petersdom? Dieser Anblick sollte uns erspart bleiben!

Sommer, Sonne, Strand: Für die angeblich schönsten Wochen im Jahr gibt es nur positive Assoziationen, oder? Leider nein, denn wo viel Licht ist, ist viel Schatten. Und die modische Schattenseite zeigt sich, sobald die Temperaturen sommerliche Grade erreichen. Dann kommen sie wieder aus ihren Höhlen gekrochen, in denen sie den Winter verbracht haben: Die Shorts mit Sandalen und weißen Socken, die ärmellosen, tief dekolletierten Schlabber-Tops, die Sarongs zum Bikini-Oberteil und bevölkern die Innenstädte unserer Reiseziele.

Unvergessen der Mann, der nur in Badehose und Flip-Flops bekleidet den Petersdom in Rom besichtigen wollte und empört los schrie, als ihm der Eintritt verweigert wurde. Die schöne Getreidegasse in Salzburg verwandelt sich im Sommer in ein Gruselkabinett dessen, was man nicht trägt, wenn man eine elegante Stadt besichtigt. So genau möchte ich nicht wissen, ob Männlein oder Weiblein Unterwäsche tragen, und wenn überhaupt, welche. Ein gut durchtrainierter nackter männlicher Oberkörper ist natürlich eine Augenweide, aber im Café in Paris möchte ich ihn nicht sehen. Von der verschwitzt unsportlichen Variante will ich gar nicht reden.

Italienische Kirchen, wie der Petersdom in Rom, engagieren inzwischen Wächter vor ihren Türen, die einem Gotteshaus unangemessen gekleidete Touristen vom Betreten abhalten.

In der Getreidegasse in Salzburg sollten andere Kleiderregeln herrschen, als am Strand.

Da sehnt man sich nach früheren Zeiten! Es herrschte eine strengere Kleiderordnung, die sicherlich mit Zwang verbunden war, aber es gab offensichtlich auch mehr Stilempfinden und Wissen darum, was man zu welchem Anlass trägt. Denn was am Strand okay ist, ist beim Bummel durch die Innenstadt oder die Besichtigung eines Museums definitiv nicht okay. Wenn ich die Venus von Botticelli in den Uffizien in Florenz bewundern möchte, muss ich es ihr nicht gleich tun, und halbnackt vor ihr stehen. Ein luftiges Sommerkleid aus dünner Baumwolle sieht besser aus und ist auch bei sommerlichen Temperaturen gut zu tragen.

Es ist natürlich angenehm, dass uns heute keine lästige Etikette im Sommer in Korsetts und Reifröcke zwingt und wir uns stattdessen lässig und bequem kleiden können. Trotzdem plädiere ich auch und gerade bei größter Sommerhitze für ein Minimum an Respekt vor anderen und dem damit verbundenen Verständnis, welchen Anblick wir unseren Mitmenschen zumuten sollten, sowie für ein Bewusstsein, welche Kleidung an welchem Ort angemessen und passend ist.

Barbara

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„Unansehnlich, dicklich, plump“ Opernsängerin Tara Erraught ist angeblich zu dick für ihre Rolle.

Ein Skandal, findet susie knows..., der Plus-Size Blog!

Die irische Opernsängerin Tara Erraught ist gefeiertes Ensemble-Mitglied der Bayerischen Staatsoper in München. Mit ihren 27 Jahren steht sie am Beginn einer großen Karriere. Jetzt trat sie beim berühmten Glyndebourne-Festival in England als Octavian im „Rosenkavalier“ auf und erntete schlimmste Kritiken: Der Guardian fand sie „stämmig“, der Daily Telegraph schrieb „von plumper Figur“, der Independent nannte sie „ein pummeliges Mädchen“, die Times kritisierte, sie sei: „unpassend, unansehnlich, unattraktiv“ und die Financial Times meinte: „Ihr Octavian ist ein dickliches Bündel Babyspeck.“

Besonders übel ist mir aufgestoßen, dass diese haarsträubenden Artikel nicht in irgendwelchen schmierigen Klatschblättern erschienen sind, sondern in renommierten Zeitungen. Die Financial Times gilt als eine der seriösesten Zeitungen der Welt. Immerhin gestand sie Tara Erraught zu, sie habe herrlich gesungen. Ach ja? Sollte es bei der Beurteilung einer Sängerin nicht einzig und allein darum gehen? Die Oper ist eine hochartifizielle Kunstform, die Gefühle durch Gesang ausdrückt. Seit wann sollen Sänger auf der Bühne ihren Rollen entsprechend aussehen? Darf Aida also nur von einer Sängerin gesungen werden, die wie eine äthiopische Prinzessin aussieht und Traviata von einer Tuberkulose-Kranken? Das ist absurd! Erst recht, wenn die Rolle völlig unrealistisch ist. Schließlich ist der Octavian eine sogenannte Hosenrolle, also eine männliche Bühnenfigur, die von einer Frau gesungen wird.

Ja, Tara Erraught ist mollig. Aber sie ist in Glyndebourne auch nicht als Bewerberin für England’s Next Topmodel aufgetreten, sondern als Sängerin, eine sehr gute noch dazu. Dass sich die Herren (!) Musikkritiker erlauben, ihr Gewicht zu kritisieren, ist eine Frechheit!

Ich hoffe nur, dass die noch sehr junge Sängerin innerlich so stark ist, dass sie sich diese Schmähungen nicht zu Herzen nimmt, weiter befreit singen kann und aus Angst vor neuen Beleidigungen nicht mit Gewalt abnimmt. Denn Sänger haben ein äußerst sensibles Instrument, das sehr empfindlich auf seelischen und körperlichen Stress reagiert, und das sie nicht wie eine Geige oder Flöte austauschen können, wenn es kaputt ist. Ist die Stimme hin, ist sie hin, für immer.

Dafür gibt es ein trauriges Beispiel: Die Callas war eine der größten, wenn nicht die größte Sängerin aller Zeiten. Sie war zu Beginn ihrer Karriere ziemlich dick, nahm dann aber in wenigen Monaten dramatisch ab und hatte danach eine Modelfigur. Diese Crashdiät war vermutlich eine der Ursachen, weshalb sie so früh die Stimme verlor.

Und noch etwas regt mich bei dem Skandal um Tara Erraught auf: Die Kritiker haben die Sängerin hemmungslos mit Häme überschüttet. Bei einem Sänger hätten sie das sicherlich nicht getan. Luciano Pavarotti beispielsweise war nicht gerade unterernährt. Er ist zu Weltruhm gelangt, ohne dass irgendjemand seine enorme Leibesfülle kritisiert hätte.

Wie mit Frauen im 21. Jahrhundert im angeblich so toleranten Europa immer noch umgegangen wird, ist ein Skandal!

Eure zutiefst empörte Barbara.

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Hungerhaken als Schaufensterpuppe: Der Aufreger der Woche heute auf susie knows..., dem Plus-Size Blog!

Eine Schaufensterpuppe mit hervorstehenden Rippen und Hüftknochen, dünnen Ärmchen und völlig ausgemergelter Figur nutzt eine italienische Luxus-Wäschefirma zur Präsentation ihrer Mode. Dabei wäre das Teil bestens geeignet als abschreckendes Model in einer Klinik für Magersüchtige!

Für einen Moment habe ich gedacht, ich traue meinen Augen nicht, als ich das Foto sah. Genauso ging es auch Michael Rudoy, als er die magere Puppe am Wochenende im Schaufenster eines Ladens des Edel-Wäsche-Labels "La Perla" in New York sah. Er machte ein Foto und stellte es auf Twitter. Die Lawine entsetzter Kommentare, die dies auslöste, bewog "La Perla" inzwischen, diese Puppen aus ihren Auslagen zu entfernen.

Soweit, so gut? Leider nein! Denn es bleiben Fragen: Wie um alles in der Welt kommt ein Hersteller von Schaufensterpuppen auf die Idee, so eine Puppe anzufertigen? Und wie kann eine Firma auch nur eine Sekunde, ach was red ich, den Bruchteil einer Sekunde ernsthaft erwägen, sie zu kaufen und im Schaufenster aufzustellen? Schon mal was von Magersucht gehört? Geht's noch?

Ich bin nicht oft sprachlos im Leben, aber beim Anblick dieser Puppe war ich es! Eure Barbara.

Ü

Photos: Michael Rudoy

 

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Germany, twelve points: susie knows..., der Plus-Size Blog, hofft auf ein drittes deutsches Fräuleinwunder!

Länderfähnchen sind gekauft, Käse, Oliven und Gürkchen für Spieße besorgt, die Zettel für die Stimmabgabe der Gäste geschrieben: Die Vorbereitungen für die Grand Prix-Party sind damit getan. Seit Kindheit gucke ich selbstverständlich jedes Jahr Grand Prix. Wahre Fans, wie ich einer bin, sagen natürlich nach wie vor Grand Prix. „Eurovision Song Contest“ kommt mir nicht über die Lippen! Das ist eben so bei einer alten Liebe.

 

Eine Liebe, die allerdings gelegentlich meine Geduld und Zuneigung auf eine harte Probe stellt. Schmalzige Balladen, gruselige Kitschgewänder, talentfreie Hupfdohlen, öde Popsongs habe ich schon ertragen. Singende oder trommelnde Großmütter, maskierte Finnen und russische Eislaufkünstler, die auf einer Plastikscheibe kreisen: alles schon gehabt. Ein bisschen Irrsinn und Geschmacksverinnerungen gehören nun mal dazu. Schließlich haben wir uns in Europa zumindest an diesem Abend, wie Guildo Horn 1998 sang: „Piep, piep, piep, alle lieb.“

Aber mit der großen europäischen Liebe hört es bei der Punktvergabe schlagartig auf. Ich könnte in den Teppich beißen, wenn Griechenland Zypern 12 Punkte gibt und Zypern umgekehrt Griechenland. Genauso halten es die Skandinavier und Balten untereinander. Auch mein Lieblingsland „The Former Yugoslav Republic of Macedonia“ vergibt sicher wieder die höchsten Punkte an die benachbarten Balkanstaaten. Aaahhh!

Nur wir Deutschen haben leider keine Nachbarn, die uns garantiert twelve points, douze points geben. Wir hätten eben daran denken müssen, dass es später einmal den Grand Prix geben würde und wir auf die Sympathien unserer Nachbarländer angewiesen sein werden, bevor wir sie alle angegriffen und einen Weltkrieg begonnen haben. Selber schuld, dass wir meist wenig Punkte kriegen.

Trotz dieser historisch bedingt unglücklichen Umstände haben wir schon zweimal gewonnen. Bemerkenswerterweise jedes Mal, wenn wir niedliche junge Mädchen an den Start geschickt haben. Nicole eroberte 1982 als blonder Rauschgoldengel mit ein bisschen Frieden (!) die Herzen der übrigen Europäer und die bildhübsche Lena Meyer-Landrut begeisterte 2010 mit ihrer unverfälschten Natürlichkeit. Mal sehen, ob die drei Mädels von Elaiza dieses Jahr ein drittes deutsches Fräuleinwunder bewirken und es am Samstag heißt: Germany twelve points, Allemagne douze points. Drücken wir die Daumen!

Heute Abend will die Band "Elaiza" mit ihrem Song "Is it right" für Deutschland ganz nach vorn. Hoffentlich finden auch alle anderen Europäer, dass der Song der richtige ist.

Barbara

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